Die Bühne gehört an diesem Abend komplett unseren fünf Auszubildenden und drei dualen Studierenden. Menü, Getränkebairings, Eindeckung, Service, alles wurde von ihnen eigenständig geplant und umgesetzt. Das ist unser erstes Nachwuchs-Takeover im Bonvivant. Es zeigt ganz praktisch, wie moderne Spitzen-Gastronomie funktioniert, wenn man alten Ballast über Bord wirft, verkrustete Hierarchien abbaut und echte Verantwortung an die nächste Generation übergibt.
Albtraum Gastro-Ausbildung? Warum wir mit den alten Horrorgeschichten aufräumen
Die Gastronomie hat ein massives Imageproblem, und machen wir uns nichts vor: Die Branche hat hart dafür gearbeitet. Cholerische Chefs, unbezahlte Überstunden, ein rauer Kasernenton und das Gefühl, im ersten Lehrjahr nur der Handlanger zu sein, der stundenlang Gläser poliert, Zwiebeln hackt oder den Keller fegt.Wer über eine Ausbildung oder ein Studium im Restaurant nachdenkt, hat sofort diese alten Horrorgeschichten im Kopf. Das Ergebnis sehen wir alle: Der Nachwuchs fehlt an allen Ecken und Enden, weil junge Talente sich diesen psychischen und physischen Verschleiß zu Recht nicht mehr antun wollen.
Wir im Bonvivant brechen dieses veraltete System bewusst auf. Wer bei uns eine Ausbildung beginnt oder ein duales Studium absolviert, unterschreibt keinen Vertrag für ein Bootcamp. Wir sagen das nicht als hohles Versprechen in einer Stellenanzeige, sondern leben es real an jedem einzelnen Arbeitstag in unserem Schöneberger Restaurant. Eine zeitgemäße Ausbildung bedeutet für uns, den alten, toxischen Mief wegzulüften und Raum für echte Begeisterung am Handwerk zu schaffen. Bei uns wird teamorientiert gearbeitet, um den Nachwuchs fit für die echte kulinarische Zukunft zu machen.
Wieso bilden wir überhaupt aus?
Wir bilden nicht aus, um billige Hilfskräfte zu haben, die die ungeliebten Aufgaben erledigen oder Lücken im Dienstplan stopfen. Wir bilden aus, weil wir die Gastronomie von morgen aktiv mitgestalten und verändern wollen. Die Branche braucht dringend Macher, Querdenker und empathische Persönlichkeiten, die zeigen, dass Spitzen-Gastronomie auch ohne Ausbeutung, Angst und psychischen Druck funktioniert. Grundsätzlich sind bei uns alle Ideen und Meinungen der Mitarbeitenden im Restaurant gefragt. Jeder und jede kann dazu beitragen, Abläufe zu verbessern, unsere Umweltfreundlichkeit zu steigern oder Dinge neu zu betrachten, der Rang ist dabei völlig egal.Inhaber Jules Winnfield bringt es auf den Punkt:
„Wir schließen einen Gap in der Berufsschulausbildung, die in den 1960er Jahren stehengeblieben ist. Es gibt in der Berufsschule noch immer keinen vegetarischen oder veganen Schwerpunkt: Fischterrine, Fleisch, Dessert; das wird gelehrt, aber das entspricht einfach nicht mehr der Realität in der Gastronomie.“Unser Ziel ist es, dem Nachwuchs ein Fundament, ein kritisches Bewusstsein und moderne Werkzeuge an die Hand zu geben. Wir bilden die künftigen Köpfe aus, die das Gastgewerbe nachhaltiger machen.
Wie bilden wir aus? Küche, Bar und Service als eine Einheit
In vielen traditionellen Betrieben existiert eine unsichtbare, aber messerscharfe Grenze: Hier die Küche, da die Servicetruppe, und irgendwo dazwischen die Bar. Man arbeitet oft nebeneinanderher statt miteinander. Im Bonvivant läuft das anders, denn unser rein pflanzliches Konzept funktioniert nur als perfekt verzahntes Gesamtkunstwerk.Unser Küchennachwuchs lernt von Beginn an die absolute Königsdisziplin der modernen Haute Cuisine: Wie hole ich aus der pflanzlichen Küche das Maximum an Geschmack heraus? Bei uns lernt man nicht, wie man ein klassisches Stück Fleisch brät, sondern wie man regionalem Gemüse durch Fermentation, Reduktion und die Anwendung von ganzheitlichen Ansätzen die Hauptrolle auf einem Sterneteller verleiht. Wir kochen primär mit Zutaten aus Brandenburg und halten uns absolut an die Jahreszeiten, wobei wir alles von der Wurzel bis zum Blatt verwerten.
Gleichzeitig lernen die Talente im Service und an der Bar weit mehr als fehlerfreies Servieren. Unsere Azubis setzen sich intensiv mit Geschmacksprofilen auseinander. Sie lernen, wie man komplexe, alkoholfreie Begleitungen, maßgeschneiderte Liquid Pairings, kreiert, die ein Menü auf Sterneniveau überhaupt erst komplett machen. Jeder soll die Arbeit des anderen im Detail verstehen. Nur wenn das Serviceteam weiß, wie viele Stunden Arbeit in den Reduktionen der Küche stecken, und die Küche versteht, wie wichtig das Spiel mit Säure, Süße und Aromen an der Bar ist, greifen alle Rädchen am Gast perfekt ineinander.
Was unterscheidet uns von anderen Ausbildungsstätten?
Der größte Unterschied ist das Vertrauen und die operative Freiheit, die wir unserem Nachwuchs schenken. Bei uns hocken auch die dualen Studierenden (zum Beispiel aus dem Fachbereich Culinary Management oder Marketing) nicht in einer Kammer über trockenen Excel-Tabellen. Sie durchlaufen alle Stationen in der Praxis, um das Geschäft von der Pike auf zu spüren, denn nur wer den Samstagabend am Gast oder am Pass miterlebt hat, kann später Prozesse sinnvoll optimieren und Teams gesund führen.Wir binden den Nachwuchs frühzeitig in echte Management-Projekte ein. Das beste Beispiel dafür ist die Vorbereitung hinter unserem Nachwuchs-Takeover. Das Team konzipiert eigenständig ein veganes 4-Gang-Menü inklusive Amuse-Bouche und Petit Fours. Sie analysieren, welche regionalen Produkte Saison haben, experimentieren in der Küche mit Texturen und Geschmackskombinationen und verkosten die Zwischenstände gemeinsam mit den Bar-Azubis. Darauf basierend wird die flüssige Begleitung, sowohl alkoholisch als auch komplex alkoholfrei, entwickelt. Die dualen Studierenden kalkulieren den Wareneinsatz, verhandeln Preise mit Lieferanten und schreiben den exakten Ablaufplan. Am Abend selbst quatscht niemand aus dem Stammteam rein, der Nachwuchs trägt die volle Verantwortung.
Worauf legen wir besonderen Wert? Menschen statt Lebensläufe
Wir legen Wert auf Persönlichkeit, Charakter und echte Entwicklung, nicht auf lückenlose Lebensläufe. Die Vielfalt in unserem Team ist uns ein echtes Anliegen. Das zeigte sich ganz real bei einem der ersten Nachwuchsdinner, bei dem ein älterer Azubi im Mittelpunkt stand: Till, der sich im fortgeschrittenen Lebensalter für eine Gastro-Ausbildung entschieden hatte, stand beim Takeover am Herd. Er lieferte mit seiner Kreation „Tomate von Till“ - einem perfekt ausbalancierten Zusammenspiel aus Datteltomaten, Balsamico, Kombualge und Ziegenkäse - einen großartigen, charakterstarken Gang ab.Dieses echte Beispiel zeigt, dass im Bonvivant die Leidenschaft für das Handwerk keine Frage des Alters oder des perfekten Werdegangs ist. Neben Quereinsteigern wie Till wachsen an diesen Abenden auch unsere jüngsten Auszubildenden und dualen Studierenden über sich hinaus. Wenn das gesamte Team im Service und an der Bar Hand in Hand arbeitet, um ein solches Event zu stemmen, wird theoretisches Wissen zu echter, gelebter Praxis.
Bei uns wird jeder Mensch als Individuum ernst genommen, egal in welchem Lehrjahr, im Studium und egal mit welcher Vorgeschichte. Wer Neugier, Lernbereitschaft und echten Einsatz mitbringt, bekommt bei uns den Freiraum, sich zu entfalten.
Was machen wir anders? Fehlerkultur und echtes Mentoring
In der Gastronomie wird Perfektion traditionell oft mit Druck erzwungen. Wir im Bonvivant setzen stattdessen auf eine konzentrierte, aber lockere, familiäre und von gegenseitigem Respekt geprägte Arbeitsatmosphäre. Wir sind fest davon überzeugt, dass Angst die Kreativität blockiert. Inhaber Jules Winnfield verfolgt eine klare Philosophie: „Es gibt bis heute kein Merkblatt, auf dem steht, was ich erwarte. Alle sollen ihre eigenen Ideen mitbringen. Es darf nicht langweilig werden, das ist das Wichtigste“. Monotonie verhindere schließlich echte Leidenschaft.„Wir sind um ein nachhaltiges Personalmanagement bemüht. Uns ist es wichtig, unseren Nachwuchs in allen Punkten zu fördern und ihm beständig die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln.“Unsere Azubis bekommen früh eigene Verantwortung übertragen. Und dabei darf auch mal etwas schiefgehen. Wer eine Reduktion vor Stress zu weit treiben lässt oder den Teig versalzt, wird nicht abgekanzelt. Wichtig ist nur, dass man gemeinsam auf Augenhöhe analysiert, warum es passiert ist und wie man es beim nächsten Mal besser macht. Das ist echtes Mentoring. Dazu gehört für uns untrennbar ein faires Personalmanagement im Alltag unseres Schöneberger Betriebs: Eine transparente Zeiterfassung, faire Bezahlung und der absolute Respekt vor der Freizeit und der mentalen Gesundheit unseres Teams sind für uns unverhandelbar.
- Jules Winnfield, Inhaber Bonvivant Berlin
Der Sterne-Brunch: Das perfekte Trainingsfeld für Flexibilität
Ein einzigartiges Lernfeld für unser gesamtes Nachwuchsteam ist unser berühmter, komplett veganer Brunch, den wir von freitags bis sonntags anbieten. Während das Abendgeschäft im Fine Dining meistens einer sehr getakteten Choreografie folgt, ist der Brunch bei uns pure, dynamische Action. Als Deutschlands einziger rein veganer Brunch auf diesem Niveau knallt das Kiez-Leben ungefiltert in den Laden.Das Tempo ist extrem hoch, die Wünsche der Gäste sind vielseitig und das gesamte Team an Pass, Bar und Tisch muss maximal flexibel agieren. Für den Nachwuchs ist das die beste Schule überhaupt: Man lernt spielerisch, auch im dichtesten Stress den Überblick zu behalten, blitzschnell im Team zu kommunizieren und trotzdem die filigrane Optik und den hohen kulinarischen Qualitätsanspruch an den Tisch zu bringen. Wer diesen Service meistert, gewinnt ein unerschütterliches Selbstvertrauen für die Arbeit am Gast.
Der direkte Vergleich auf einen Blick
Unser Ansatz schließt die Lücken der klassischen Ausbildung und bricht radikal mit den verstaubten Strukturen traditioneller Betriebe.| Bereich | Klassische Gastronomie-Ausbildung | Ausbildung & Studium im Bonvivant |
|---|---|---|
| Küche & Kulinarik | Fokus auf Fleisch/Fisch und starre Lehrpläne nach veralteten Mustern. | Pflanzliches Kochen auf Sterneniveau, Fermentation und zukunftsweisende Techniken. |
| Service & Bar | Mechanisches Servieren, Gläser polieren, strikte Trennung der Arbeitsbereiche. | Eigenverantwortliche Stationsleitung, Storytelling am Gast und Kreation komplexer Liquid Pairings. |
| Duales Studium | Häufig reine Theorie, Excel-Tabellen und Büroarbeit ohne operativen Praxisbezug. | Verzahnung von Theorie und Praxis, frühe Projektverantwortung und Steuerung von Live-Events. |
| Fehlerkultur | Kasernenton, starre Hierarchien und Druck zur Fehlervermeidung. | Konstruktives Mentoring, Fehler als notwendiger Lernprozess auf Augenhöhe. |
Ausblick: Nachwuchs Takeover Vol. 3 Anfang Juni 2026
Dass dieses Konzept aufgeht und wir mit den Aufgaben wachsen, beweisen wir bald wieder ganz real im Gastraum. Anfang dieses Junis steht das nächste große Highlight an: Das **Nachwuchs Takeover Vol. 3** findet am **Mittwoch, den 10. Juni und Donnerstag, den 11. Juni 2026** statt. An diesen zwei exklusiven Abenden übernehmen unsere „Frischlinge“ wieder komplett das Zepter im Restaurant. Sie servieren den Gästen ein eigenständig kreiertes, rein veganes 4-Gänge-Dinner inklusive Amuse-Bouche und Petit Fours für 89 Euro pro Person. Die passend dazu vom Nachwuchsteam ausgewählte Getränkebegleitung (optional mit oder ohne Alkohol) gibt es für 49 Euro.Die Plätze für dieses exklusive Takeover an unseren Gruppentischen sind strikt auf 60 Gäste limitiert. Das Event ist keine simulierte Prüfung, sondern ein echter, pulsierender Meilenstein in der Ausbildung, bei dem die Jugendlichen beweisen, dass kulinarische Leidenschaft absolut keine Frage von Dienstjahren ist.
Gestalte mit uns die Gastronomie von morgen
Die nachhaltige, pflanzliche Spitzen-Gastronomie und ein faires Personalmanagement auf Augenhöhe sind keine kurzfristigen Trends, sie sind die strukturelle Zukunft unserer gesamten Branche. Wenn du dieses Handwerk heute bei uns auf echtem Top-Niveau lernst, kriegst du ein Fundament, mit dem du das Gastgewerbe aktiv verändern kannst.Hast du Lust, das Handwerk neu zu lernen und von Anfang an echte Verantwortung zu übernehmen? Schick uns einfach eine unkomplizierte E-Mail mit ein paar Zeilen zu dir und deinem Lebenslauf an bewerbung@bonvivant.berlin. Uns ist ein persönliches Kennenlernen beim Probearbeiten im Laden tausendmal wichtiger als ein langes Anschreiben.
Lass uns die Gastronomie zusammen revolutionieren. - Bonvivant
FAQ's - Häufige Fragen
Muss ich mich selbst vegan ernähren, um bei euch zu arbeiten?
Nein, absolut nicht. Das ist ein weit verbreiteter Mythos. Einige Mitglieder unseres Teams leben privat weder vegan noch vegetarisch. Uns ist deine persönliche Ernährungsform völlig egal. Wichtig ist uns nur, dass du das pflanzliche Produkt mit exakt demselben handwerklichen Respekt, derselben Neugier und demselben Ehrgeiz behandelst wie ein klassischer Betrieb ein Fleisch- oder Fischprodukt.
Welche Ausbildungs- und Studienwege kann ich im Bonvivant gehen?
Wir bilden staatlich anerkannt und klassisch im dualen System aus: Köche/Köchinnen und Restaurantfachleute (m/w/d). Zudem bieten wir feste Plätze für duale Studentinnen und Studenten an, die über unsere Partnerhochschulen (wie die iba) ihren Bachelor in Studiengängen wie BWL-Gastronomiemanagement, Marketing oder Culinary Management absolvieren und die graue Theorie direkt mit unserer lebendigen Sterne-Praxis verknüpfen wollen.
Was unterscheidet das duale Studium im Bonvivant von großen Hotelketten?
Bei uns bist du keine anonyme Nummer im Großraumbüro, die Abteilungen nach starren Plänen abarbeitet. Du durchläufst alle echten, pulsierenden Praxisstationen und arbeitest direkt auf Augenhöhe mit der Geschäftsführung zusammen. Du lernst hautnah und transparent, wie man einen inhabergeführten Sternebetrieb wirtschaftlich kalkuliert, wie authentisches Kiez-Marketing funktioniert und wie man modernes Personalmanagement ohne verkrustete Konzernstrukturen lebt.
Wie läuft der Bewerbungsprozess ab?
Kurz, direkt und unkompliziert. Schick uns einfach eine Mail an bewerbung@bonvivant.berlin mit deinem Lebenslauf und ein paar Sätzen zu deiner Motivation. Wenn die grobe Richtung stimmt, laden wir dich direkt zu uns nach Schöneberg zum Probearbeiten ein. Da merken wir beide im echten Leben am schnellsten, ob der Vibe stimmt und wir zueinander passen.
