Dass der Guide Michelin uns mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet hat, erfüllt uns jeden Tag mit Stolz. Aber Sterne-Gastronomie bedeutet für uns vor allem eins: Gastfreundschaft ohne Steifheit. Und genau dazu tragen die Bilder an den Wänden maßgeblich bei. Aus der täglichen Freude an diesen Werken entstand irgendwann im Gespräch mit dem Künstler eine ganz einfache Idee: Warum lassen wir unsere Gäste die Kunst nicht selbst erleben, bevor sie sich an den gedeckten Tisch setzen? Daraus ist unser Event-Format „Brunch & Art“ gewachsen.
Schöneberg als Leinwand: Von West-Berliner Mythen bis Urban Art
Dass Kunst und Gastronomie bei uns so selbstverständlich ineinandergreifen, ist kein Zufall, sondern spiegelt die DNA unseres Kiez wider. Schöneberg war schon immer ein Sehnsuchtsort für Freigeister. In den 1970er-Jahren schlenderten Ikonen wie David Bowie und Iggy Pop durch die Hauptstraße und machten das Viertel zum Epizentrum des West-Berliner Lebensgefühls. Hier traf raue Subkultur auf unkonventionelle Kunstansätze, ein Spirit, der bis heute in den Straßen spürbar ist.
Über die Jahrzehnte hat sich Schöneberg zu einem der wichtigsten Knotenpunkte für urbane Kunst entwickelt. Vor allem die Streetart- und Graffiti-Kultur hat hier tiefe Wurzeln geschlagen. Wer vom Winterfeldtplatz über die Potsdamer Straße Richtung Bülowstraße blickt, sieht großflächige Wandgemälde (Murals), Fassadenkunst und ein dichtes Netz aus Galerien. Mit dem Museum Urban Nation liegt eine der weltweit wichtigsten Institutionen für Streetart direkt in unserer Nachbarschaft. Genau diese ungezwungene Kiez-Atmosphäre, in der Kunst einfach zum Alltag gehört, holen wir zu uns nach drinnen.
Vom Rasen an die Leinwand: Wer ist Jans Echternacht?
Die großen, runden Arbeiten an unseren Wänden stammen von dem Berliner Künstler Jans Echternacht. Um ihre Kraft zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf seinen Lebenslauf. Bevor Jans sich ganz der Malerei verschrieb, stand er als Profifußballer auf dem Platz, unter anderem im Nachwuchs des FC Schalke 04 und bei den Grasshoppers Zürich. Wer den Leistungssport kennt, weiß um das Zusammenspiel aus Fokus, Körperbeherrschung, Kraft und dem Bruchteil einer Sekunde, in dem eine Entscheidung fallen muss.
Als eine schwere Verletzung seine sportliche Karriere beendete, fand Echternacht in der Kunst ein neues Ventil für diese Energie. Malen ist bei ihm kein starrer Prozess vor der Staffelei, sondern voller Körpereinsatz. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit liegt ihm besonders sein soziales Engagement am Herzen: Mit seinem gemeinnützigen Verein artists for children e.V. arbeitet er regelmäßig mit Heimkindern, um ihnen über kreative Malprozesse Selbstvertrauen und neue Ausdrucksformen zu schenken.
Die Magie der Rotation: Was ist Spin Art?
Die Kunstwerke von Jans Echternacht entstehen nicht mit dem feinen Haarpinsel. Er arbeitet mit Zentrifugalkraft, Tempo und flüssigen Acrylfarben. Beim sogenannten Spin Painting wird die Leinwand auf einer eigens von ihm entwickelten Kunstmaschine fixiert und in extrem schnelle Rotation versetzt. Wird nun Farbe auf die sich drehende Fläche aufgetragen, übernimmt die Physik das Regiment.
Die Fliehkraft verteilt die Pigmente in Bruchteilen von Sekunden über die Kanten hinaus. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus bewusster Farbauswahl und unberechenbaren physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Kein Spin Painting lässt sich exakt vorausplanen oder identisch reproduzieren, jedes Werk ist ein einzigartiges Unikat voller Bewegung und Tiefe.
Wenn Kulinarik zur Kunstform wird: Die Ästhetik auf dem Teller
Dass Malerei und die vom Guide Michelin prämierte Küche im Bonvivant so gut harmonieren, liegt an den vielen Gemeinsamkeiten im Schaffensprozess. Ein rein pflanzliches Menü auf Sterneniveau zu kreieren, spricht im Grunde dieselbe Sprache wie die Arbeit auf der Leinwand: Es geht um Komposition, Balance, Kontraste und ein feines Gespür für Ästhetik.
Ein Teller in unserem Gastraum soll mehr sein als nur satt machen, er ist eine visuelle und geschmackliche Inszenierung. Wie ein Maler mit Farbfeldern und Texturen arbeitet, setzen wir unsere Gerichte zusammen: farbenfrohe Cremes, filigrane Anordnungen und das Spiel aus knackigen und seidigen Akzenten. Wenn das Licht durch die Fenster der Goltzstraße auf die Tische fällt, verschmelzen die Farbschichten an den Wänden von Jans Echternacht direkt mit den Kompositionen auf euren Tellern.
Das Event-Format im Bonvivant: Selber machen, dann genießen
Mit „Brunch & Art“ heben wir an ausgewählten Wochenenden die Distanz zum Kunstwerk auf. Der Restaurantbesuch wird zum aktiven Schöpfungsprozess:
- Der Workshop: Unter der persönlichen Anleitung von Jans Echternacht tretet ihr selbst an die Kunstmaschine. Ohne Vorkenntnisse oder Angst vor Fehlern bringt jeder seine eigenen Farbkombinationen auf die rotierende Leinwand. Es geht um den puren Spaß am Experimentieren und das Erlebnis, wie aus Farbe und Bewegung etwas Eigenes entsteht.
- Der Sterne-Brunch: Liegt das eigene Bild zum Trocknen bereit, wechselt ihr an den gedeckten Tisch. Unser Küchenteam serviert euch im Anschluss unseren vielschichtigen, rein pflanzlichen Brunch in bewährter Sterne-Qualität. Hier schließt sich der Kreis: Die visuelle Dynamik aus dem Workshop findet ihr in den Farben, Formen und Aromen eures Menüs wieder.
Wie die Kunst unseren Gastraum verändert
Die großformatigen Spin Paintings prägen das Bonvivant nachhaltig. Abstrakte Rotationskunst drängt dem Betrachter keine Motive auf, sondern lässt dem Kopf Raum zum Atmen. Die symmetrischen Formen bringen Energie in den Raum und strahlen gleichzeitig eine angenehme Ruhe aus.
Sie nehmen die steife Attitüde und schaffen genau die entspannte Atmosphäre, die man im Schöneberger Kiez sucht: einen Ort zum Wohlfühlen, Staunen und Verweilen. Wenn die Sonne durch die großen Fenster scheint und die Farben an den Wänden zum Leuchten bringt, wird der Brunch zu einem Erlebnis für alle Sinne.
Euer Besuch bei uns: Tickets & Ablauf
Da die Plätze an den Kunstmaschinen bei „Brunch & Art“ limitiert sind, empfehlen wir euch eine rechtzeitige Buchung über unsere Website. Das Format richtet sich an alle, die Lust auf ein außergewöhnliches Kiez-Erlebnis haben, ganz egal ob als Paar, als Gruppe oder für ein Event mit der Arbeit. Alle Materialien sind im Ticketpreis enthalten. Euer getrocknetes Leinwand-Unikat könnt ihr im Nachgang ganz entspannt bei uns abholen.
Kommt vorbei, lasst die Farben auf euch wirken und genießt das Wochenende bei uns. Wir freuen uns auf euch!
FAQs - Häufig gestellte Fragen
- Wer ist der Künstler hinter den Bildern im Bonvivant?
- Die großformatigen Werke im Bonvivant stammen von dem Berliner Künstler Jans Echternacht. Als ehemaliger Profifußballer bringt er die Dynamik und Physis des Sports in seine Spin Paintings und bereichert damit unser Sterne-Restaurant.
- Wie läuft ein „Brunch & Art“-Event im Bonvivant ab?
- Das Event startet mit einem praxisnahen Kunst-Workshop an der Rotationsmaschine unter Anleitung von Jans Echternacht. Nach dem Erschaffen eures eigenen Bildes wechselt ihr an den Tisch und genießt unseren rein pflanzlichen Brunch auf Michelin-Niveau.
- Muss ich künstlerische Vorkenntnisse mitbringen?
- Nein, überhaupt nicht. Das Spin Painting funktioniert intuitiv über die Fliehkraft der Maschine. Jans begleitet euch Schritt für Schritt, sodass jeder Teilnehmer am Ende ein beeindruckendes Unikat in den Händen hält.
- Kann man die Kunstwerke im Bonvivant auch kaufen?
- Ja, die im Gastraum ausgestellten Originale von Jans Echternacht stehen zum Verkauf. Bei Interesse könnt ihr euch direkt an unser Service-Team oder das Atelier des Künstlers wenden.
- Wann kann ich mein selbst gestaltetes Kunstwerk mitnehmen?
- Da beim Spin Painting flüssige Acrylfarbe in mehreren Schichten verarbeitet wird, braucht das Bild etwas Trocknungszeit. Ihr könnt es in der Regel in den Folgetagen verpackt bei uns im Restaurant abholen.
